Kirsten Heisig
In Memoriam Kirsten Heisig
Anfang Juli 2010 hat die bekannteste Jugendrichterin Deutschlands, Kirsten Heisig, in Berlin Selbstmord begangen. Im neuesten „Spiegel“ wird darauf hingewiesen. Kurz zuvor hatte sie noch das Manuskript ihres ersten Buches „Das Ende der Geduld“ (das ab 26.Juli im Herder-Verlag erscheint) fertig gestellt.
Ihr Tod ist ein Rätsel und eine Mahnung zugleich. Sie hatte mit den heftigsten Situationen in Berlin-Neukölln zu tun, insbesondere mit dem „parallelen Gesellschaftssystem“ von Migrantenfamilien.
In ihrem Buch berichtet sie darüber. Der „Spiegel“ hat in seiner Ausgabe vom 19.07.2010 (Nr.29) Auszüge daraus vorab veröffentlicht. Heisig präsentiert darin ein katastrophales Bild von den Zuständen in Neukölln – und verbunden mit einer Hilflosigkeit von Ämtern, Einrichtungen und Schulen.
So scheint in weiten Teilen schon das eingetreten zu sein, was Necla Kelek und Seyran Ates in ihren Büchern ausdrücken: Die Integration in einigen Migrantenkreisen ist völlig misslungen. Im Gegenteil: sie haben eine eigene Gegengesellschaft aufgebaut – mit fatalen Folgen.
Vielleicht kann der Tod von Kirsten Heisig eine Debatte anstoßen über das, was ist und ob überhaupt noch was zu machen ist.
Wenn Personen wie Necla Kelek aus dem Islamrat verwiesen werden und eine Anwältin wie Seyran Ates nach dem Erscheinen ihres Buches „Der Multikulti-Irrtum“ von 2007 und „Der Isalm braucht eine sexuelle Revolution“ von 2009 zahlreiche Morddrohungen erhalten hat und untertauchen muss (Deutschlandradio Kultur vom 19.10.2009 berichtet mit Verweis auf den Ullstein-Verlag, dass sich Seyran Ates aus der Öffentlichkeit zurückziehen werde; siehe wikipedia), dann stimmt etwas in diesem Land nicht mehr.
Wenn sich unter dem Begriff Toleranz Gewalt ausbreitet und Ohnmacht und Hilflosigkeit die Folge ist, muss man sich fragen, was versäumt worden ist.
Der Selbstmord von Kirsten Heisig wirft Fragen auf. Von ihren Gegnern wurde sie als „Richterin Gnadenlos“ bezeichnet. Dabei entwickelte sie in Neukölln ein Modell, jugendliche Straftäter so schnell wie möglich zu verurteilen.
Die Auszüge aus dem Buch sind erschreckend, ja bedrohlich. Es lohnt sich, diese nachzulesen – entweder direkt im „Spiegel“ oder im Internet unter „spiegel.de“. Eine Diskussion darüber wäre wünschenswert.
Wegsehen allein und Hilflosigkeit festzustellen hilft nicht mehr...
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